Geschichte des Strudels
Alle Rechte vorbehalten. Impressum

Beim Strudel handelt es sich um eine blättrige Teigspezialität aus dem Habsburgerreich, mit verschiedensten süßen oder herzhaften Füllungen. Der Teig wird behutsam hauchdünn ausgezogen, mit einer Füllung belegt und aufgerollt. In Scheiben geschnitten, ähnelt das Gebäck dem gleichnamigen Wasserwirbel.

 

Die berühmteste Ausführung der Teigrolle ziert als Apfel- oder Topfenstrudel den Wiener Kaffeehaustisch. Aber auch mit Kirschen, Kraut, Spinat, Birnen ... lässt sich die hauchdünne Teigplatte füllen. Typisch ist die Mehlspeise für die Länderküche der Habsburger-Nachfolgestaaten (Österreich, Süddeutschland, Norditalien, Tschechien, Slowakei, Slowenien etc.), wobei zumal der Apfelstrudel inzwischen internationale Bekanntheit und Verbreitung erlangt hat.

 

Üblicherweise wird das Blättergebäck aus hauchdünn ausgezogenem Strudelteig hergestellt. Aber auch Blätterteig kann verwendet werden und einige Strudelrezepte arbeiten sogar mit Kartoffel- und Hefeteig.

 

Der Ursprung des Strudels liegt vermutlich in Arabien, wo er über Ägypten, Palästina und Syrien in die Türkei gebracht wurde. Nach der Eroberung von Byzanz im Jahr 1453, gelangte möglicherweise das Rezept der türkischen Baklava über den Balkan bis nach Wien. Dabei diente die Speise als Marschverpflegung, da sie lange haltbar war. Zu Zeiten der Donaumonarchie kam der Apfelstrudel (ungarisch: Almás rétes) aus Ungarn nach Wien.

 

Wie alt der Strudel ist, bleibt wohl ein Geheimnis der Küchengeschichte. Das älteste bekannte Strudelrezept stammt aus einer Handschrift aus dem Jahr 1696, die den Titel "Koch Puech" trägt und in der Wiener Stadtbibliothek einsehbar ist. Spätestens im 18. Jahrhundert war der Strudel jedoch habsburgisch eingemeindet und wurde als Wiener Mehlspeise am Hof von Kaiserin Maria Theresia serviert.